Stress

Den Stress endlich ernst nehmen!

Die Stress-Komponente ist bei vielen Krankheiten und emotionalen Störungen zwar bekannt, sonderlich viel wird aus dieser Erkenntnis allerdings meist nicht gemacht…

 

Nicht selten kommen Patienten zu mir in die psychologische Praxis und schildern Panikattacken, Nervenzusammenbrüche, Schwindelanfälle oder andere akute physische oder psychische “Anfälle”. Zu dem erlebten Schrecken der Anfallssituation löst im Nachhinein vor allem die subjektive Unerklärbarkeit Unbehagen aus. Schliesslich sind die mit groβer Beunruhigung durchgeführten  medizinischen Untersuchungen in den meisten Fällen unauffällig, bzw. nicht hinreichend, einen derartigen “Systemausfall” erklären zu können. Trotzdem ist es passiert und ein möglicher Wiederholungsfall will dringend vermieden werden. Es ist also an der Zeit, die psychische Komponente endlich mal Ernst zu nehmen, insbesondere ein psychologisches Verständnis von “Stress” zu bekommen.

Was ist Stress?

Unter Stress ist in diesem Zusammenhang nicht nur eine hohe Anzahl an Aufgaben und Tätigkeiten gemeint, sondern auch und vor allem Situationen mit hoher emotionaler Belastung. Wichtiger als die reine körperliche und/oder zeitliche Belastung ist im psychologischen Zusammenhang vielmehr die Art und Weise, wie man bestimmte Situationen annimmt: Setzt man sich (unnötig) unter Druck, sind die angelegten Standards und Maβstäbe passend, erkennt man das Fehlen von Gelassenheit und Geduld, rennt man einem irrationalen Perfektionismus hinterher etc. Um hier zu mehr Klarheit zu gelangen, werden dann im psychologischen Gespräch zum einen die situativen Bedingungen des/der Betroffenen umfangreich beleuchtet (z.B. mögliche aktuelle Stressoren in Familie, Umfeld, Beruf, Gesundheit, Ernährung etc.) und zum anderen die individuell charakteristische Umgehensweise mit solchen Situationen berücksichtigt: Ist z.B.  jemand perfektionistisch veranlagt, gibt es Auffälligkeiten beim Selbstbild oder beim Umgang mit anderen, Uneinsichtigkeit etc.

Wie kann man sich also schützen?

Das sich das Erleben von stressigen Situationen oft nicht vermeiden lässt, gilt es, das Augenmerk auf den Umgang mit möglichen Stressauslösern zu richten. Schlieβlich leidet nicht jeder gleich unter ähnlichen Bedingungen. Dadurch wird klar, dass der eigentliche schädigende Stress erst durch die individuelle Wahrnehmung und Interpretation der Auslösers entsteht. Hier kann angesetzt werden. So sind z.B. Menschen mit einer optimistischen und positiven Grundeinstellung gelassener und damit stressresistenter als Personen, die in allem immer gleich den Weltuntergang erwarten und vieles unverhältnismäβig als “schrecklich” und “schlimm” beschreiben. Für diese Gruppe ist Verbesserung nötig und möglich. So können zum einen angemessene Deutungs- und Reaktionsweisen erlernt und deren Einsatz geübt und angewendet werden. Oft liegen stressfördernden Deutungen von unangenehmen Situationen unrealistische Glaubenssätze zu Grunde (wie z.B. “Ich muss immer allen alles Recht machen. Wenn nicht, ist das unerträglich und schlimm.”), deren Bearbeitung und Veränderung notwendig und möglich sind. Zum anderen sind das regelmäβige Praktizieren von Entspannungsformen wie z.B. Meditation, Tai Chi, Massagen etc. und das Hervorheben positiver Aspekte in jeder Lebenslage hilfreich. Mit der angemessenen Gelassenheit, Akzeptanz und Ruhe lässt sich der Stresspegel erstaunlich gut beeinflussen und damit das Auftreten o.a. Anfälle beenden.

Das Angebot für entsprechende Beratungen und Übungen ist vorhanden, so dass jeder über eine psychische Ausgeglichenheit die Voraussetzungen für eine kernige Gesundheit schaffen kann. “Ein gesunder Geist in einem gesunden Körper – und umgekehrt!”

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