Soft Skills

SOFT SKILLS

Unter Soft Skills (“weiche Fähigkeiten”) werden diejenigen Fähigkeiten verstanden, die für das Beherrschen der eigenen Gefühle und für ein erfolgreiches Miteinander im Zusammenhang mit anderen Personen (Partnerschaft, Familie, Beruf etc.) notwendig sind. Hier sind also sowohl Selbstkontrolle und Gefühlsmanagement genauso zu nennen, wie Einfühlungsvermögen, soziale und auch moralische Kompetenz.

 

Wer den erfolgreichen Umgang mit seinen Gefühlen rechtzeitig  lernt, kann mit Wut, Ärger, Zorn oder depressiven Gefühlen besser umgehen und viele Probleme vermeiden.

 

Es klingt eigentlich logisch: In einer Studie der Duke University (FAST TRACK PROJECT, 2010)  wurde nachgewiesen, dass Personen, die in der Schule an einem Programm zum Erlernen von “Soft Skills” teilnahmen, im späteren Leben seltener straffällig und gewalttätig geworden sind oder anderes Problemverhalten gezeigt haben. Ein gelungener Umgang mit den eigenen Gefühlen kann also erfolgreich erlernt werden. Dies wirft die Frage auf, ob das derzeitige schulische System mit dem Fokussieren auf einzig die akademische Ausbildung da nicht eine entscheidende Lücke hat. Schliesslich sollte das Erreichen einer voll funktionsfähigen Persönlichkeit – psychisch ausgeglichen, sozial kompetent und moralisch integer – als wichtiger anzusehen sein, als z.B. der akademische Erfolg.  Was nützt es dem akademisch top ausgebildeten Absolventen, wenn im zwischenmenschlichen Bereich Defizite vorhanden sind oder generell eine unausgeglichene Gefühlslage immer wieder zu Problemen führt. Viele grosse Betriebe haben die Wichtigkeit dieser “weichen Fähigkeiten” erkannt und lassen ihre Mitarbeiter an Teamtrainings teilnehmen, bieten Fortbildungen zu Gefühlsmanagement an und arbeiten mit Coachingmassnahmen. Doch nicht jede/r hat diese Möglichkeit, sieht sich aber bestimmt früher oder später Situationen gegenüber, die ihn/sie emotional überfordern oder vor unbekanntes Terrain stellen. Im beruflichen Bereich können hier der Umgang mit schwierigen Mitarbeitern/innen oder auch motivationale Probleme genannt werden. Aber auch im privaten Bereich stehen viele Personen im Laufe des Lebens psychischen Herausforderungen gegenüber: Dies kann eine Beziehungskrise, Schwierigkeiten in der Familie oder im Freundeskreis ebenso beinhalten wie individuelle emotionale Probleme (Depressionen, Ängste oder sonstige Unausgeglichenheiten).

Wer ist vorbereitet?

Wer gelernt hat, mit dieser Art von Situationen umzugehen, ist natürlich klar im Vorteil, bzw. vermeidet von vornherein das Gefühl von Hilflosigkeit in schwierigen Situationen. Doch auf wen trifft dies zu? Im Optimalfall werden in einer liebevollen und umsichtigen Erziehung auch emotionale Kompetenzen vermittelt. Dies geschieht automatisch und selbstverständlich und ist in einer modernen Gesellschaft auch häufig der Fall. Aber nicht immer sind die Umstände für ein erfolgreiches Erlernen oder Vorleben von den genannten Fähigkeiten gegeben. Daher macht es Sinn, Themen wie soziale Kompetenz, Gefühlsmanagement und auch moralisches Verhalten strukturiert anzubieten und in den schulischen Lehrplan aufzunehmen. Hier ein paar beispielhafte Fragestellungen, deren Bearbeitung in der psychologischen Praxis zum Alltag gehören: Aus welchen Einzelteilen besteht eine emotionale Reaktion? Wie vermeidet man gefühlsgesteuertes Verhalten? Woran erkennt man schädigende Glaubenssätze? U.v.m.

Stand der Dinge

In der psychologischen Beratung und Therapie wird tagtäglich deutlich, dass häufig Defizite in genau diesen Bereichen vorliegen und so zu persönlichen oder zwischenmenschlichen Problemen führen. Neben der Auseinandersetzung mit der individuellen Geschichte und den persönlichen Gegebenheiten werden hier dann immer auch allgemeine Techniken und Strategien vermittelt, die von den Patienten geübt und angewendet werden. Häufig kommt in diesem Zusammenhang von Patientenseite die Frage auf, warum diese Fähigkeiten (Soft Skills) nicht mit mehr Selbstverständlichkeit und Normalität schon z.B. in der Schule vermittelt werden. Eine Frage, die auch aus professioneller Sicht Sinn macht, deren erfolgreiche Umsetzung allerdings noch in weiter Ferne ist. Bis dahin gilt es bei individuellen und/oder zwischenmenschlichen Problemen mit psychischer Komponente Rat und Hilfe in der psychologischen Beratung zu suchen und finden. Die passenden und praxiserprobten Konzepte sind hier vorhanden.

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